Einweisen

Standruhe eine notwendige Voraussetzung

Ein Retriever ist der Spezialist für die Apportierarbeit und findet deshalb seinen Einsatz erst nach dem Schuß. Bei einem Standtreiben (engl. Drive) muss er deshalb während des Treibens neben dem Hundeführer ruhig sitzen und bei der Streifjagd (engl. Walk up) am Bein seines Führers freifolgend. Er soll sich dabei ruhig und gelassen verhalten und darf seinem Führer nicht stören oder zur Last fallen, damit dieser sich ebenfalls auf das Jagdgeschehen und seinen Schuss konzentrieren kann.

Ein Hund der während des Wartens oder am Bein seines Führers weint, heult oder bellt, der ohne Befehl des Hundeführers seinen Platz verlässt um zu apportieren oder um Wild zu hetzen oder der so unruhig ist, dass er zuviel Aufmerksam von seinem Führer benötigt, ist deshalb im höchsten Maße unerwünscht. Um das Jagdgeschehen nicht zu stören wird großer Wert auf die Standruhe des Hundes gelegt. Ein ungehorsam, unkontrollierbar herumjagender oder gar schusshitziger Hund, besitzt nicht genügende Strandruhe (engl. Steadiness). Ein solcher Hund ist kein guter Jagdbegleiter sondern erweist sich eher als Jagdchaot, er stören das Jagdgeschehen erheblich und stellt zudem auch oftmals noch eine Gefahr dar. Die Standruhe ist somit die notwendige Grundvoraussetzung für den reibungslosen jagdlichen Einsatz des Apportierhundes; nur ein absolut ruhiger und gehorsamer Hund stört seinen Führer nicht und erweist sich als ein rundum brauchbarer Jagdhelfer.

Bei der Erziehung eines Apportierhundes achtet man deshalb schon in frühster Jugend darauf, dass der Hund lernt seinen Jagd-, Beute- und Stöbertrieb zu zügeln. Er lernt auch bei sehr großen Verleitungen wie flüchtendes gesundes Wild, ruhig  und gelassen zu warten. Gezielt wird schon der Welpe und Junghund zum Gehorsam erzogen, denn die Ursache mangelnde Standruhe ist häufig in einer ungenügenden Grundgehorsamsausbildung zu suchen. Der Hund muss lernen, dass nicht jedes geschossene Stück für ihn bestimmt ist. Stürmt ein Hund ohne Befehl los um zu apportiert, dann belohnt er sich zu allem Überfluss für seinen Ungehorsam selbst. Was gibt es für eine bessere Belohnung als den Erfolg und das ergattern der heiß ersehnte Beute ist sicherlich eine tolle Motivation. Deshalb gilt es schon den Welpen und Junghund gezielt zum Gehorsam zu erziehen und somit die Standruhe zu fördern. Glauben sie aber nicht, dass der Hund mit einer guten Gehorsamsaufbildung übertrieben abhängig und somit völlig unselbständig wird. Ein guten Jagdhund kann man seinen Jagdpassion sicherlich niemals aberziehen, jedoch mit einer korrekten Gehorsamsausbildung in geregelte Bahnen lenken und so zu einem angenehmen Jagdgefährten erziehen. Ein Hund der gelernt hat sich auch während der Jagd ruhig und gelassen zu verhalten kann das Jagdgeschehen konzentriert beobachten und wird zudem nicht zur Belastung eines Führers.