Workingtest

Die Arbeitsqualitäten des Retrievers

Die charakteristischen Arbeitsweisen zeigen schon, dass ein Retriever nicht nur geschossenes Niederwild finden und bringen muss, sondern, dass er zudem die Bereitschaft haben muss, mit seinem Führer zusammen arbeiten zu wollen. Die Arbeit eines idealen Retrievers besticht durch die Faszination der engen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Seine erstaunliche Lenkbarkeit, die angeborene Fähigkeit zu markieren, sowie die ausdauernde Suche, bei der er viel Eigeninitiative und Beharrlichkeit zeigen soll, sind erwünschte Eigenschaften. Bei seiner Arbeit soll er zu jedem Zeitpunkt engen Kontakt zu seinem Führer halten, ohne jedoch dabei abhängig von ihm zu sein. Seine Leichtführigkeit basiert auf dem Willen, seinem Menschen zu gefallen (“Will to please”).

Ein guter Arbeitshund zeichnet sich trotz seines außerordentlichen Temperamentes durch seine ruhige Aufmerksamkeit aus. Während der Jagd darf der Retriever die Aufmerksamkeit seines Herren nicht beanspruchen, denn dieser soll sich auf das Treiben und den Jagdablauf konzentrieren können, damit er einen gezielten Schuss abgeben kann. Der Retriever muss deshalb während der Treiben völlig ruhig und gelassen neben seinem Herren warten; er darf dabei nicht winseln oder bellen, auch soll er sich nicht unruhig hin und herbewegen (= engl. Steadiness -> Standruhe). Der Retriever soll jedoch das Jagdgeschehen selbständig und aufmerksam beobachten, damit er, wenn er von seinem Herren zum Apportieren geschickt wird, schnell und gezielt seine Arbeit verrichten kann.

Durch seine gute Nase hat der Retriever die Fähigkeit auch schwache Gerüche wahrzunehmen. Er ist in der Lage die Spur eines verletzen, flüchtigen Vogel zu verfolgen, aber auch totes oder sich drückendes Wild im dichten Bewuchs wie Schilf, hohem Gras, Heide oder Reisig aufzufinden. Der Retriever braucht eine enorme Wiederstandskraft, körperliche Härte und Ausdauer, denn er muss fähig sein, auch bei Kälte den ganzen Tag im Wasser zu arbeiten. Ebenso muss er auch in schwierigem Gelände, wie Sümpfen oder Dornengestrüpp, einen ganzen Jagdtag lang durchhalten können.

Bei der Arbeit erwartet man von einem Retriever, dass er mit weichem Griff, d.h. ohne das Wild zu beschädigen, aus allen nur denkbaren Entfernungen und Geländearten schnell und sauber apportiert. Das Fleisch des erlegten Wildes ist ein hochwertiges Lebensmittel, das nicht verderben darf.